Berlin

Autobahnblockade durch Klimaschützer in Berlin: Auto fährt Aktivistin an



Die Polizei meldete am Dienstag, dass bei den Blockaden am Montag 75 Demonstranten vorläufig festgenommen worden seien. Das betraf 51 Männer und 24 Frauen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. 21 Demonstranten hätten sich auf den Straßen festgeklebt. 28 Strafverfahren seien eingeleitet worden, vor allem wegen Nötigung und Widerstands gegen die Polizei, außerdem elf Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Blockierer seien alle wieder entlassen worden.

Berliner Berufsverkehr gestört

Die Verkehrsinformationszentrale der Hauptstadt berichtete auf Twitter, dass es unter anderem an den Ausfahrten am Tempelhofer Damm der A100, der Ausfahrt Saarstraße an der A103 in Richtung Steglitz und der Ausfahrt Heckerdamm an der A111 stadteinwärts zu Blockaden komme.

Begonnen hatte die Reihe von Blockaden demnach an der Ausfahrt Messedamm-Süd an der A100 in Fahrtrichtung Neukölln – dort hatte sich am frühen Morgen bereits ein längerer Stau gebildet. Autofahrer mussten dort rund 20 Minuten warten. Auf einem Foto, das die Aktivisten am Morgen veröffentlichten, ist zu sehen, wie einer der Aktivisten mit einem Berliner Autofahrer offenbar in Streit gerät.

„Letzte Generation“ hat Blockaden wieder aufgenommen

Hinter den Aktionen steckt die Gruppe „Letzte Generation“, die seit Anfang des Jahres vor allem in Berlin immer wieder mit Störaktionen und Straßenblockaden für Aufsehen sorgt. Zwischenzeitlich hatten die Aktivisten die umstrittenen Blockaden der Autobahnen aufgegeben – seit dieser Woche blockieren sie aber auch wieder den Berliner Stadtverkehr.

Die Gruppe hat nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen deutschen Städten den Verkehr blockiert. In einem offenen Brief an die Bundesregierung hatte sie gefordert, dass sofort mehr gegen den Klimawandel getan werde. Um das durchzusetzen, brauche es eine öffentliche Störung durch die Unterbrechung des Alltags.

Im Januar und Februar hatte die Initiative in Berlin laut der Polizei 45 Mal Autobahnabfahrten mit sitzenden und angeklebten Demonstranten blockiert. Danach folgten Blockaden an Flughäfen und am Hamburger Hafen. Im März wurden die Aktionen unterbrochen, später wieder aufgenommen. Das führte in Berlin zu mehr als 270 Strafanzeigen und rund 120 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Inzwischen gibt es bei der Polizei eine mittlere dreistellige Zahl an Ermittlungsverfahren, meist wegen Nötigung und Widerstandes gegen Polizisten.



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