Hamburg

Schulhof gleicht nach Explosion einem Trümmerfeld


Hamburg: Schulhof ist nach Explosion mit Trümmern übersät

„Wir hatten riesiges Glück“, sagt der Schulleiter, „aber der Schock sitzt tief“. Rund 550 Schüler hat seine Schule. Am benachbarten Gymnasium sind es ein paar weniger. Dort habe eine Schulklasse die Nacht verbracht, heißt es. Der Hausmeister der Schule war als einer der ersten vor Ort, er lebt in einer Wohnung neben dem Foyer. Verletzt wurde niemand. Wo normalerweise Fußball und Basketball gespielt wird, liegen Teile von Wänden, Türen, Zäunen und Glasscherben. Der Schulhof ist ein Trümmerfeld. Im Umkreis von 50 Metern liegt Schutt, zwischendurch Arbeitsblätter und Zeugnisse.

Der Schulhof der Stadtteilschule Finkenwerder ist mit Schutt und Scherben übersät: Eine Explosion hat einen Gebäudeteil in der Nacht komplett zerstört.
Der Schulhof der Stadtteilschule Finkenwerder ist mit Schutt und Scherben übersät: Eine Explosion hat einen Gebäudeteil in der Nacht komplett zerstört.

„Um 12 Uhr wären die Schülerinnen und Schüler mit den Zeugnissen nach Hause gegangen“, sagt Kirschstein. Die Zeugnisse sind futsch, die Noten aber nicht. „Alles digital gesichert“, sagen Schulleiter und Schulbehörde. Wann und wie sie neu erstellt und verteilt werden können, müsse noch geklärt werden.

Lehrerzimmer zerstört: „Erheblicher finanzieller Schaden“

Der zerstörte Gebäudeteil gehört zu einem Verwaltungstrakt, in dem Büros und das Lehrerzimmer sind. An der Schule arbeiten rund 80 Lehrkräfte und Sozialpädagogen. „Wir werden versuchen zu retten, was zu retten ist. Im betroffenen Bereich wurden auch viele Unterrichtsmaterialien, Laptops von Lehrenden und Tablets der Schüler gelagert.“ Der finanzielle Schaden sei erheblich. „Ich weiß noch nicht, was das für unsere Schule bedeutet“, sagt Kirschstein.

Ein durchnässtes Grundschul-Zeugnis liegt auf dem Boden: Bei der Explosion in Finkenwerder wurde ein Verwaltungsgebäude zerstört.
Ein durchnässtes Grundschul-Zeugnis liegt auf dem Boden: Bei der Explosion in Finkenwerder wurde ein Verwaltungsgebäude zerstört.

Er sei gleich nach dem Aufstehen informiert worden. „Ich hatte 32 Anrufe in Abwesenheit auf meinem Handy. Da war klar, dass was los ist.“ Noch von zu Hause aus habe er eine Rundmail an alle Eltern geschickt, sodass die Schüler gar nicht zur Schule kommen. Ein paar sind dann trotzdem da, aber nur zum Gucken. Sie werden weggeschickt. Ob und wie die Ferienbetreuung stattfinden kann, muss noch geklärt werden.

Grad der Zerstörung typisch für Gasexplosion

Laut Feuerwehrsprecher Spießberger habe es auch lange Zeit nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte kleine Explosionen gegeben, womöglich im Kellerbereich. „Die Zerstörung ist enorm, das wäre nicht untypisch für eine Gasexplosion“, sagt er. Es heißt, die Schule werde mit Gas beheizt. „An der Anlage wurde zuletzt aber nicht gearbeitet“, sagt der Schulleiter.

Die Aufräumarbeiten werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Durch die Druckwelle wurden selbst am anderen Ende des Gebäudes Türen aus ihren Rahmen gesprengt. Weil Einsturzgefahr besteht, kommen die Löscharbeiten nur langsam voran. Selbst gegen 11 Uhr lodern noch kleine Flammen auf und bilde dicke Rauchwolken. Das THW soll mit einem Bagger anrücken, um beim Aufräumen zu helfen.



Source link

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Es sieht so aus, als hätten Sie AdBlocker aktiviert

Bitte deaktivieren Sie AdBlock, um zur Zielseite zu gelangen.